WfbM Qualität Plus

Exzellente Qualität in Werkstätten für behinderte Menschen

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FAQ (häufig gestellte Fragen)
 
Fragen nehmen wir gerne über unser Online-Formular entgegen. Sind die Fragen von allgemeinem Interesse werden sie auf dieser Seite beantwortet. In allen anderen Fällen beantworten wir die Fragen persönlich, sofern Sie uns ein Mailadresse hinterlassen. Zudem können Sie in unserem WfbM Qualität Plus-Forum diskutieren.
  


A: Viele Werkstätten für behinderte Menschen haben ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt welches sich ausschließlich auf die Produktion bezieht. Das zeigt das Potential der WfbM, entspricht allerdings nicht dem Rehabilitationsauftrag der WfbM. Es entspricht auch nicht den Vorgaben des § 20 SGB IX. Das Sozialgesetzbuch fordert dort Qualitätsmanagement für die Rehabilitationsleistung der WfbM.

Außerdem fördert die einseitige Ausrichtung auf die Produktionsleistungen der Werkstätten Entwicklungen, welche die Rehabilitationsleistung in den Hintergrund rückt. Andererseits gefährdet die Reduzierung des Qualitätsmanagementsystems auf den Geltungsbereich Rehabilitation den Markterfolg der Werkstätten. Die WfbM muss also den Anforderungen beider Parteien, der Werkstattbeschäftigten und der Auftraggeber entsprechen. Hierfür wurde WfbM Qualität Plus entwickelt.
 

A: Grundsätzlich stehen der WfbM zwei Qualitätsmanagementsysteme zu Verfügung: Die internationale QM-Norm DIN EN ISO 9001:2008 sowie das EFQM-Modell für Excellence. Der Unterschied zwischen den Ansätzen liegt unter anderem in der Bewertung des QM-Systems: Das EFQM-Modell für Excellence ist im Gegensatz zum ISO-basierten QM-System ein Wettbewerbsmodell, welches nicht auf die Erfüllung von Vorgaben abzielt, sondern auf dei Selbstverantwortung in der Bewertung.

Kritisch wird deshalb häufig kommentiert, dass nur extern auditierte und zertifizierte Qualitätsmanagementmodelle objektiven Kriterien standhalten; man befürchtet eine Selbstbewertung zu Gunsten der eigenen Situation. Eine Zertifizierung nach der ISO 9000-Normenreihe wird dagegen als ein unabhängiger Nachweis der Umsetzung der Forderungen der Bezugsnorm angesehen.. Daraus ergeben sich im Handelsverkehr bedeutende Vorteile:  
 
  • Reduktion von Handelskosten,
  • Erleichterung von Vertragsvereinbarungen, und damit insgesamt der
  • Abbau von Handelshemmnissen.

 

Deshalb sind die ISO-Normen in Profit-Organisationen - den Auftraggebern der Werkstätten für behinderte Menschen - anerkannt und werden von diesen gefordert.


Da die ISO-Normenreihe für alle Arten von Organisationen konzipiert worden ist, egal ob Dienstleistungen oder Produkte hergestellt werden, ist die Anwendung sowohl im Bereich der sozialen Dienstleistung "Teilhabe am Arbeitsleben" als auch im Bereich der Produktion möglich. Diesem Grundsatz entspricht WfbM Qualität Plus mit seinem zweidimensionalen Prozessmodell. Über die Anforderungen von WfbM Qualität Plus hinaus gehende Regelungen können dabei jederzeit getroffen werden - die DIN EN ISO 9004 bietet hierfür den entsprechenden Leitfaden.   

 

Bei dieser Gelegenheit sei gleich auf einen weit verbreiteten Irrtum hingewiesen: Die DIN EN ISO 9001 ist keine "Industrienorm", noch nie eine gewesen. DIN steht für "Deutsches Institut für Normung" und eben nicht für Deutsche Industrie Norm. Die früheren Revisionen (1994) sahen noch separierte Normen für Produktions- und Dienstleistungsbetriebe vor, seit der Revision im Jahre 2000 (9001:2000) ist die Norm für alle Organisationen anwendbar, gleich ob Produkte oder Dienstleistungen hergestellt werden. 

 


A: WfbM Qualität Plus verwendet wie jede Qualitätsmanagement-Norm den Kundenbegriff. Die momentanen sozialpolitischen Entwicklungen (Markt- und Wettbewerbsorientierung) erfordern eine intensive Orientierung am Leistungs-empfänger. Das Steuerzentrum für sozialwirtschaftliche Leistungen wird durch die Auflösung des sozialrechtlichen Dreiecksverhältnisses (Leistungserbringer, Leistungsempfänger, Kostenträger) zum Produkt-Nachfrager verschoben (z.B. Persönliches Budget).

Den Leistungserbringern bleibt zum Erhalt der Konkurrenz-fähigkeit nur die intensive Orientierung an den Wünschen und Vorstellungen der Leistungsempfänger. Dies soll der Kundenbegriff verdeutlichen. Selbstverständlich bleiben die Menschen mit Behinderung deshalb Kooperationspartner bei der Leistungserstellung. Diese Kundenorientierung entspricht zudem dem Paradigma von Empowerment und Selbstbestimmung in der Arbeit mit behinderten Menschen.   
 

A: Werkstätten für behinderte Menschen bekommen mit WfbM Qualität Plus ein Qualitätsmanagementsystem, welches die Organisation gleichmässig entwickelt und sowohl die Kundenzufriedenheit der industriellen Auftraggeber als auch die Zufriedenheit der in den Werkstätten beschäftigten Menschen mit Behinderung erhöht.
Mit WfbM Qualität Plus entsprechen Werkstätten den sozialrechtlichen Vorgaben des Sozialgesetzbuches Neuntes Buch ebenso wie den Forderungen der Auftraggeber.

Neben der Erhöhung der Kundenzufriedenheit erhöhen WfbM den Organisationsgrad, stärken die Marktposition, schaffen Rechtssicherheit durch die Erfüllung rechtliche Vorschriften und vieles mehr. Die einzelnen Vorteile von WfbM Qualität Plus sind hier nochmals zusammengefasst.

WfbM Qualität Plus wurde in einem interdisziplinären Team aus Pädagogen, Psychologen, Fachkräften zur Arbeits- und Berufsförderung, Fachkräften aus pädagogischen Berufen, Pflegeberufen, therapeutischen Berufen, Ingenieuren, Technikern, Handwerkern, Betriebswirten, Sozial- und Qualitätsmanagern speziell für WfbM entwickelt. Während einer 18monatigen Entwicklungsphase wurde es auf Praxistauglichkeit getestet und in einer sich anschliessenden zweijährigen Testphase verifiziert, validiert und ständig verbessert.  


A: Der Aufwand ist natürlich von mehreren Faktoren abhängig: Eine Einflußgröße ist der bereits vorhandene Organisationsgrad der WfbM, eine andere die zu Verfügung stehenden Ressourcen. Davon abhängig wird der Aufwand zur Implementierung des Systems zwischen vier Monate (bei hohem Organisationsgrad und ISO-Zertifizierung für den Fertigungsbereich) bis zu 18 Monaten (bei niedrigem Organisationsgrad) geschätzt.

Der Zeitaufwand reduziert sich übrigens nochmals dadurch, dass wir auf der WfbM Qualität Plus-Homepage (unter Downloads) die besten Praxislösungen (best practices)  von Befragungsbögen, Formularen etc. zur Verfügung stellen werden. Diese müssen von den WfbM dann nur noch überarbeitet und den jeweiligen Gegebenheiten und Zielen angepasst werden.   
 

A: WfbM Qualität Plus ist voll kompatibel mit MAAS-BGW für DIN EN ISO 9001:2008. Ferner ist WfbM Qualität Plus kompatibel mit der internationalen QM-Norm DIN EN ISO 9001:2008, der TS 16949 und der internationalen Umweltmanagementnorm 14001. WfbM Qualität Plus ist zudem mit dem Marketing-Managementverfahren XQMA kompatibel.   
 
Des weiteren ist WfbM Qualität Plus mit der östereichischen ÖNORM EN ISO 9001 und der schweizerischen Norm SN EN ISO 9001 kompatibel und entsprechend zertifizierungsfähig.